Nussdorf lebt weiter! Nachruf auf das Wiener Geburtshaus Nussdorf

Das Geburtshaus Nußdorf

hat Ende 2002 seine Tore für Geburten endgültig geschlossen.

Die Hebammen von Nussdorf sind nun als Gäste an einer Privatklinik in Wien und einem Krankenhaus in Niederösterreich tätig. Dr. Michael Adam, der mit Dr. Volker Korbei 1986 das Geburtshaus gründete, wurde Departementleiter der Semmelweisklinik Wien. Ein ehemaliges Geburtszimmer ist nun Hebammenpraxis, ein Teil der Räume Praxis von Dr. Adam, im Geburtsvorbereitungsraum finden weiterhin Veranstaltungen rund um die Geburt statt.

Nach jahrelangen Verhandlungen hat der Hauptverband der Sozialversicherungsträger einen Kassenvertrag abgelehnt; damit war eine Fortführung des Hauses finanziell nicht mehr möglich.2002 wurden dem Staatssekretär für Gesundheit Dr. Wanneck 14.000 Unterschriften für die Erhaltung des Geburtshauses übergeben. Die Möglichkeit, auf Krankenkassenkosten in einem Geburtshaus zu gebären, soll auch in Österreich für alle Frauen Realität werden. Dies wollte das Nussdorfteam mit Unterstützung von Nussdorf-Eltern unter Ausschöpfung aller rechtlicher Mittel bis in die höchsten Instanzen Europas vorbringen.

Hebamme Moenie van der Kleyn: "Für mich war Nussdorf eine Insel von Offenheit, Respekt, Mut und Hoffnung." Michael Adam: "Nussdorf hat mir die Möglichkeit geboten, mit Frauen und Hebammen zusammen zu arbeiten, ohne Kompromisse einer Verwaltung und Bürokratie wegen." Eine Mutter: "Es kann sein, dass ein bestimmtes Denken momentan keinen Platz hat. Doch der Geist von Nussdorf kann nicht zugesperrt werden."

Wir sind sicher, dass es weiterhin Orte geben wird, an denen Frauen in Würde und Geborgenheit gebären können.

www.nussdorfhebammen.at

line